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Mangahighlights 2017
über die menschliche Psyche


Hallo ihr Lieben, ich bin Midori. Meist bin ich mit dem Kopf zwischen den Seiten verschiedenster Druckerzeugnisse zu finden oder mache Twitter unsicher xD. Wie viele andere auch, bin ich als Kind durch den RTL II Anime-Nachmittag zum ersten Mal mit den gezeichneten Serien aus dem fernen Japan in Berührung gekommen. Vor ca. 10 Jahren habe ich dann, aufgrund einer interessanten Begegnung, aktiv damit begonnen Animes zu schauen und ein wenig später habe ich ebenso die Welt der Mangas für mich entdeckt. Meine auf Papier gedruckte Leidenschaft umfasst aktuell über 800 Manga Bände, begleitet von einer kleinen, aber stetig wachsenden Figuren-Armee und einem Haufen diverser Merch-Artikel, die meiner Mutter manchmal das Gefühl geben auf einem japanischen Flohmarkt gelandet zu sein.

Ich möchte euch jetzt 5 Mangas vorstellen, die für mich im Verlauf des Jahres 2017 besonders herausgestochen haben.

Los geht's



High Rise Invasion
ab Juni 2016

Manga Highlights 2017, High Rise Invasion (Egmont Ehapa)

Story: Tsuina Miura
Zeichnungen: Takahiro Oba
Verlag: Egmont Manga
Erschienen am: 01.06.2016
Bände: 10, Reihe wird fortgesetzt

Die Schülerin Yuri Honjo erwacht eines Tages auf dem Dach eines Hochhauses. Sie weiß weder wo sie sich befindet, noch wie sie an diesen Ort gekommen ist. Bei näherem Umsehen stellt sie fest, dass sie sich in einer Welt voller Wolkenkratzer befindet und schon bald fällt ihr eine weitere, erschreckende Tatsache auf: es existiert kein Weg nach unten.
Entgegen ihrer anfänglichen Annahme wird Yuri bald bewusst, dass sie in dieser Welt doch nicht so alleine ist, wie gedacht. Ein Mann mit einer weißen Maske greift das junge Mädchen aus heiterem Himmel an und drängt es immer weiter in Richtung des gähnenden Abgrunds…

Tsuina Miura hat bereits bei der weithin bekannten Reihe Ajin – Demi-Human Talent zu spannenden Horror-Storys bewiesen. Auch wenn dieser Manga nicht ganz meinem Geschmack entsprach, so tut es High Rise Invasion umso mehr. Besonders gefällt mir hierbei das außergewöhnliche Setting, in dem die Story spielt. Die Welt in der Yuri sich wiederfindet, ist auf die Dächer und die oberen Stockwerke der Wolkenkratzer begrenzt, so entsteht trotz der Weitläufigkeit des Gebietes eine gewisse Enge. Dieses Gefühl der Enge wird von den zahlreich erscheinenden Maskenträgern verstärkt, womit wir bei einem weiteren interessanten Punkt sind: Die geheimnisvollen Maskenträger an sich. Wie sich herausstellt haben sie nicht die Absicht direkt zu töten, sondern versuchen ihre Opfer in den Suizid zu treiben. Was steckt hinter diesem eigenartigen Verhalten? Wer sind die Menschen hinter den Masken? Wer hat diese Welt erschaffen und welches Ziel verfolgt dieser Jemand?
Ich bin in jedem Fall gespannt wie die Geschichte weitergeht und welche Antworten ich auf meine Fragen bekommen werde.



Broken Girl
ab November 2017

Manga Highlights 2017, Broken Girl (Egmont Ehapa)

Story: NISIOISIN
Zeichnung: Mitsuru Hattori
Verlag: Egmont Manga
Erschienen am: 02.11.2017
Bände: 1, Reihe wird fortgesetzt
Ein Student wird von einem kleinen Mädchen entführt und eingesperrt.

Die Inhaltsangabe ist sehr kurz? Ja, in der Tat. Ich denke dieser eine, kleine Satz spricht für sich. Es klingt verrückt, dass ein Student von einem kleinen Mädchen im Grundschul-Alter entführt und in dessen Zuhause eingesperrt wird, doch genau das geschieht in dieser Story. Nun denkt man sich, wie sowas möglich sein kann. Es handelt sich immerhin um ein Kind, da muss man doch etwas mitbekommen und die Eltern, HALT! Was ist überhaupt mit den Eltern? Warum kommen sie nicht nach Hause? Wer ist dieses kleine Mädchen, das nur unter dem Namen U.U. vorgestellt wird?
Dieser Manga hat mich jetzt zum Ende des Jahres nochmal kalt erwischt. Nach dem 1. Band bin ich mir nicht mal sicher ob U überhaupt ein Mensch ist. Sie ist für ihr Alter sehr kalt und abgebrüht, sie legt viel Wert auf Höflichkeit und Umgangsformen und denkt unglaublich vorausschauend. Trotz all dem hat sie aber auch extrem kindliche Züge – im Gesamtpaket ein Charakter der mir einen Schauer über den Rücken jagt.

Der Aufbau der Story ist auch unüblich. Der junge Mann ist neben seinem Studium Schriftsteller – erfolglos. Genau er ist es, der die Geschichte erzählt, die Handlung an sich besteht aus seinen Erinnerungen. Auf diese Weise erfährt man, dass er aufgrund des Geschehenen später in der Lage war Bücher zu schreiben, die es ihm ermöglichen von seiner Leidenschaft zu leben. Er gibt den wahren Namen des Mädchens nicht preis, genauso wenig wie man seinen Namen erfährt, alles scheint auf das Nötigste beschränkt und offene Fragen werden sofort grob beantwortet. Wenig Platz für Phantasie? Falsch. Wo eine Frage beantwortet wird, tun sich mehrere Neue wieder auf.
Die Neugier, wie sich diese Geschichte entwickeln und auflösen wird, hat mich definitiv gepackt.



Magical Girl Site
ab Mai 2016

Manga Highlights 2017, Magical Girl Site (Tokyopop)

Autor: Kentaro Sato
Verlag: TOKYOPOP
Erschienen am: 12.05.2016
Bände: 6, Reihe wird fortgeführt
In der Schule wird sie grausam gemobbt und Zuhause wartet ein großer Bruder, der in der Öffentlichkeit und besonders vor den Eltern das Image des Elite-Schülers aufrechterhält, darauf seine Wut an ihr auszulassen.
Das ist das Leben von Aya Asagiri.
Still und leise lässt das Mädchen all dies über sich ergehen, bis eines Abends eine seltsame Gestalt auf dem Bildschirm ihres Computers erscheint. "Oh, du Arme! Oh, du Arme!" Mit diesen Worten wird Aya von der Hüterin der "Magical Girl Site" begrüßt, bevor sie das Angebot bekommt von heute auf morgen ein Magical Girl zu werden.

Wer bei dem Titel einen bunten und fröhlichen Manga mit süßen Mädchen in hübschen Kostümen erwartet, wird überrascht sein, denn hier ist das genaue Gegenteil der Fall.

Es wird makaber, blutig und sehr brutal.

Jedes Magical Girl hat mit schwierigen Lebensverhältnissen und deren Folgen für seine junge Seele zu tun. Unteranderem wird neben Mobbing und Gewalt in der Familie auch selbstverletzendes Verhalten, Leistungsdruck, Einsamkeit durch Reichtum, Body-Shaming oder Ablehnung von Transsexualität durch das soziale Umfeld thematisiert.
Mit der Hoffnung auf eine bessere Lebensqualität lassen sich die überwiegend weiblichen Außerwählten auf die Magical Girl Site ein. Jede bekommt einen Zauberstab, der vom Aussehen einem normalen Alltagsgegenstand nachempfunden ist und eine individuelle Fähigkeit besitzt. Ab jetzt sollte alles besser werden, doch weit gefehlt: Es gibt Magical Girls die Ihresgleichen töten, ein mysteriöser Countdown auf der Website zeigt allem Anschein nach die verbleibende Zeit bis zum Weltuntergang an und als die Mädchen versuchen wollen, diesen zu verhindern, machen die Hüter plötzlich jagt auf sie.
Nach dem ersten Band hatte ich eine sehr neutrale Haltung zu der Reihe, am Ende bin ich doch froh dran geblieben zu sein. Ich mag es, wenn Mangas aus Klischees ausbrechen und mir gefällt besonders der Kontrast zwischen der bunten und fröhlichen Welt des Magical Girl-Genres und der düsteren Realität der Magical Girl Site. Die Charaktere sind sehr ungewöhnlich und besonders Ayas Bruder hat es überraschend in sich.

Hier findet ihr meine Einschätzung des Manga.



Graffiti of the Moment
ab April 2017

Manga Highlights 2017, Graffiti of the Moment (Egmont Ehapa)

Autor: Hinoki Kino
Verlag: Egmont Manga
Erschienen am: 06.04.2017
Bände: 4, Reihe Abgeschlossen
Sobald Kou eine Flamme sieht, wird er ohnmächtig. Mit dieser gewaltigen Angst vor Feuer, welche ihn verfolgt seit er als Kind seine Familie bei einem Brand verlor, hat er es nicht leicht. Ein Streichholz hier, eine Kerze da oder grillende Leute im Garten - bloß nicht!
Nach einigen Jahren entscheidet er sich, an den Ort seiner Kindheit zurück zu ziehen und dort die Schule zu beenden. Kurz nach seiner Rückkehr wird zum Abschluss eines Volksfestes ein wunderschönes Feuerwerk gezündet. Begeistert schaut er von einem kleinen, abgelegenen Tempel aus zu, bis plötzlich ein maskierter Junge erscheint, der die bunten Farben und Formen dirigiert, als währen es von ihm gewirkte Zauber. Kou hatte diesen Jungen bereits damals gesehen, an jenem Abend, kurz bevor seine Welt zusammenbrach.
Dieser Junge war Ginga, der Sohn eines Feuerwerksmeisters.
Die beiden werden bald Freunde und gefesselt von dem erlebten fasst Kou einen Entschluss: Er will seine Angst vor Feuer besiegen und ebenfalls ein Feuerwerksmeister werden, um anderen Leuten eine Freude damit machen zu können.

Ein sehr liebevoller Manga über zwei Jungen mit einem gemeinsamen Traum, aber unterschiedlichen Wegen, diesen zu erfüllen. Bei No.6 hat Hinoki Kino bereits den Hang zu sich andeutenden romantischen Beziehungen zwischen männlichen Hauptcharakteren gezeigt und auch bei Graffiti of the Moment bekommt man das Gefühl, dass die beiden Jungs vielleicht etwas mehr verbindet als Freundschaft. Das Thema Feuerwerk ist wirklich toll, auch wenn man bei einem Manga nicht gerade ein breites Farbspektrum zur Verfügung hat xD
Es geht um die Kunst, Menschen eine schöne Erinnerung zu zaubern, Augen zum leuchten zu bringen und die Zeit für einen kleinen Moment still stehen zu lassen.
Die Charaktere sind alle sehr fröhlich und liebenswert und ich hatte große Freude dabei, diese Reihe zu lesen.



Alice in Murderland
ab Januar 2016

Manga Highlights 2017, Alice in Murderland (Carlsen)
Autor: Kaori Yuki
Verlag: Carlsen Manga
Erschienen am: 26.01.2016
Bände: 6, Reihe wird fortgesetzt
Nachdem Stella zusammen mit Zeno, einem Jungen den sie gerade kennengelernt hatte, einen Flugzeugabsturz überlebt, der jedoch ihren Eltern das Leben kostete, kommen beide in ein Waisenhaus. Zeno wird schnell zu Stellas wichtigster Bezugsperson. Bald darauf werden sie und weitere Kinder von der wohlhabenden Familie Kuonji adoptiert. Auf dem Anwesen der Familie führen Stella, der von ihr geliebte Zeno und die neugewonnenen Geschwister ein normales, glückliches Leben. Ganz normal vielleicht nicht. Sobald Mutter Olga zur monatlichen „Mad Tea Party“ lädt, haben sich alle Familienmitglieder sofort zu versammeln. Bei einer dieser Tee Partys verkündet Olga den Anwesenden eine schreckliche Neuerung: Die Geschwister sollen sich gegenseitig umbringen. Wer als letztes übrigbleibt, wird das neue Familienoberhaupt, darf sich eine der getöteten Personen als Partner auswählen und diese wiederbeleben.

Ich, als Freundin von verrückten Charakteren, komme bei dieser Reihe voll auf meine Kosten. Die Geschwister scheinen alle eine dunkle Seite in sich zu haben, die nun ungehemmt hervorbrechen kann und so gibt es schneller als gedacht die ersten Opfer. Da man nur nach und nach genaueres über die einzelnen Personen erfährt bleibt die Story immer spannend und auch die Kämpfe finden auf dem riesigen Grundstück der Kuonjis genügend ausgefallene Schauplätze. Ein weiterer Handlungsstrang ist die Liebe zwischen Stella und Zeno. Das ist etwas komplizierter, denn Zeno ist ein einziges Mysterium. Er ist der Charakter mit den meisten Plot-Twists und ich bin echt gespannt wie die Sache mit den beiden ausgeht. Ganz am Ende bleibt auch immer noch Olga, die mit Enthusiasmus die grausame Familientradition der Kuonjis fortführt. Der einzige Weg das Morden zu stoppen, scheint darauf hinaus zu laufen, das amtierende Oberhaupt auszuschalten und wie es aussieht ist nur Stella, wenn überhaupt, dazu in der Lage. Alles in allem eine manchmal recht verwirrende Geschichte mit guten Charakteren und vielen Geheimnissen. Damit weißt sie ähnliche Züge wie ihr Namensvorbild und mein absolutes Lieblingsmärchen, Alice im Wunderland, auf, obwohl sie sich ansonsten nur mit kleinen Anspielungen wie z.B. dem Design von Stellas zweiter Persönlichkeit Bloody Alice daran anlehnt.
Den Zeichenstil und das Charakterdesign von Kaori Yuki mag ich sehr, es ist eine Mischung aus Niedlichkeit, Schönheit und Wahnsinn, was natürlich perfekt in dieses Setting passt.


Das waren meine Highlights 2017 und ich hoffe, dass der ein oder andere vielleicht auch gefallen an einer der Reihen gefunden hat

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