Der Todesgott

Rezension/Review zum Manga Beyond Evil

Du bist krank und sollst sterben? Deine Jahre sind allmählich gezählt? Du hast Scheiße gebaut und bekommst nun die Quittung dafür? Kein Problem! Der Todesgott verkauft verkauft dir etwas zusätzliche Lebenszeit. Ein paar Jahr mehr zu leben für den Betrag von läppischen 80.000€, na was denkst du?
Irgendwie schwer vorzustellen so ein Szenario. Doch genau damit und den daraus resultierenden Konsequenzen beschäftigt sich Kazés neuer Manga Beyond Evil.

Gota ist ein draufgängerischer Oberschüler mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn. Dennoch oder gerade deshalb blickt er dem Tod plötzlich früher ins Auge als es ihm lieb war. Aus dem Nichts taucht ein Mann auf und bietet ihm Rettung aus der ausweglosen Situation. Als Gegenleistung verlangt er lediglich Gotas Unterstützung, seine Dienste als Mitarbeiter.
Die Wahl zwischen Leben und Tod, Versklavung und dem Ende fällt Gota leicht. Was bleibt ihm auch anderes übrig. Doch der Mann, der sich als Viktor vorstellt, ist kein Mensch. Was es bedeutet, für ihn zu arbeiten, wird Gota erst sehr viel später bewusst.

Rezension/Review zum Manga Beyond Evil
Beyond Evil kann mit einer spannenden Story, düsterer Grundstimmung, interessanten Figuren und jeder Menge offener Fragen aufwarten. Warum Gota?`Wer oder was ist Viktor? Was ist sein Geheimnis und vielmehr noch, was hat er vor? Offene Fragen stärken eine Geschichte ungemein und sorgen für den nötigen Spannungsbogen, der uns Leser am Ball hält. Wenn dann noch ein guter Cliffhanger am Start ist, zerreißt es uns förmlich vor Neugier auf den nächsten Band. Hallo Ungeduld!

Das Setting ist mit einer Großstadt voller verlorener Seelen und korrupter Idioten gut getroffen. An jeder Ecke findet sich jemand, der im Leben zu hoch gepokert hat, tief in der Scheiße steckt oder einfach nur von Gier geleitet wird. Solche Menschen sind das perfekte Futter für Viktors Kollegen, die nicht Lebenszeit verkaufen wollen, sondern Geld für eben diese geben. Nicht selbstlos, zweifelsohne.
Vereinzelt werden tragische Schicksale dargestellt, die das Bestreben der Menschen verdeutlichen und die düstere Atmosphäre der Geschichte untermalen. Ein Familienvater der den Job verlor und nicht weiß, wie er sein Kind ernähren soll. Ein armer Idiot der seine Spielschulden zu begleichen versucht. So dreckig wie die dunklen Gassen der Großstadt ist auch das Geschäft mit dem Leben.

Zuerst wollen wir einfach hinnehmen, dass es Leute wie Viktor gibt. Die Erklärung, dass vergeudete Lebenszeit wie die von Selbstmördern irgendwie verwaltet werden muss, scheint plausibel genug. Diese Leute sind also sicherlich Dämonen, Sensenmänner oder vielleicht Götter. Doch im Laufe der Geschichte tun sich Abgründe auf, die uns an diesem Bild zweifeln lassen. Sind Diese "Todesgötter" wirklich einfach existent, so wie ein Mensch oder ein Hase? Oder werden sie geschaffen? Waren sie vielleicht selbst einmal Menschen? Mit diesen Gedanken im Hinterkopf betrachten wir Gota plötzlich ganz anders, vielleicht sogar aus Viktors Augen.

Rezension/Review zum Manga Beyond Evil
Er wirkt eher chaotisch und zerstreut, scheint sich ausnehmend gern zu prügeln und in Schwierigkeiten zu bringen, weist dabei aber seltsam ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit auf. Wenn er sich prügelt, scheint es für ihn eine Mischung auf Spaß und Befriedigung, aber auch Moral zu sein. So lehrt er gleich zu Beginn drei junge Männer, dass das Rauchen im Zug verboten ist - Mit Fäusten statt Worten. Etwas muss Viktor wohl darin sehen.
Die Händler der Lebenszeit, wie Viktor und einige andere auftretende Kameraden, werden passend durchtrieben und hinterlistig dargestellt; wie Faust auf's Auge - oder Messer in den Rücken. Sie kennen keine Skrupel im Geschäft und sind stets auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Die Konsequenzen für ihre Klienten sind ihnen dabei nicht egal, sondern wohl bewusst und werden mit Freuden in Kauf genommen. Wenngleich Viktor selbst etwas anders anders scheint. Im Gegensatz zu seinen Kollegen spielt er mit offenen Karten und voller Ehrlichkeit, wirkt jedoch zugleich unnahbarer und undurchschaubarer als jeder andere.

Die Thematik der Geschichte ist nicht nur interessant und grandios umgesetzt, sondern wird noch dazu von einem guten Zeichen- und Erzählstil untermauert. Kazés Empfehlung ab sechszehn Jahren ist dabei tatsächlich angemessen. Neben einem nicht ungewöhnlichen Maß an Brutalitätsbereitschaft, geht Beyond Evil nämlich vorallem an die Psyche und deren tiefe Abgründe. Alles in allem auf jeden Fall eine solide Story, die Lust auf mehr macht und ich bedauere schon jetzt, dass es nur vier Bände geben wird.

Rezension/Review zum Manga Beyond Evil

Kommentare:

  1. ich kann mich hier nur anschließen, eine wirklich gelungene story. die gestaltung gefällt mir sehr gut und das düstere, durchtriebene ambiente läßt die geschichte noch viel bizarrer erscheinen. der spannungsbogen zum ende vom band weckt in mir die gier nach mehr.

    danke für die empfehlung

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    1. Sehr gerne! Ich freu mich immer, wenn ich jemandem tolle Werke näherbringen kann :3

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